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Römisches Recht: Bereicherungsrecht Vergleich. Geführter Fachmodul mit Quellenlogik, Prüfroutine, Red-Team-Fragen und verwertbarem Output.
--- name: bereicherungsrecht-vergleich description: "Für Bereicherungsrecht Vergleich: entwickelt Ziel, Vergleich und Eskalation; Ergebnis: Verhandlungs- oder Eskalationslinie." --- # Bereicherungsrecht Vergleich ## Quellenanker - **D. 12.6.14 (Pomponius)** — nam hoc natura aequum est neminem cum alterius detrimento fieri locupletiorem - **D. 12.6.1 pr. (Ulpian)** — condictio indebiti: irrtümliche Zahlung einer Nichtschuld - **D. 12.4 (condictio causa data causa non secuta)** — Rückforderung bei Zweckverfehlung - **D. 12.5 (condictio ob turpem vel iniustam causam)** — Rückforderung bei verwerflichem Empfang; in pari turpitudine melior est causa possidentis ## Kernregeln Die condictio ist abstrakte Klage auf certum; das klassische Recht entwickelt Fallgruppen: indebiti (Zahlung auf Nichtschuld im Irrtum), causa data causa non secuta (Vorleistung bei ausgebliebenem Gegenzweck), ob turpem causam (verwerflicher Empfang — aber Ausschluss bei beidseitiger Verwerflichkeit), sine causa. Grundgedanke (Pomponius): Niemand soll sich mit fremdem Schaden bereichern — aber Rom kennt KEINE Generalklausel, nur typisierte Kondiktionen. ## Moderne Parallele § 812 I BGB verschmilzt die Kondiktionen zur Generalklausel (Leistungs- und Nichtleistungskondiktion); die alten Typen leben in § 812 I 2 Alt. 1 (ob causam finitam), § 812 I 2 Alt. 2 (causa data...), § 817 BGB (turpis causa samt in-pari-Regel in S. 2) fort. Saldotheorie und § 818 III BGB (Entreicherung) sind nachrömische Zutaten. ## Typische Fehler Die Trennungslehre (Leistungs-/Eingriffskondiktion) nicht in die Quellen projizieren; ebenso wenig § 818 III — der klassische Kondiktionsschuldner haftete auf das certum, Entreicherung half ihm grundsätzlich nicht. ## Arbeitsweise 1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen. 2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren. 3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen. 4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.--- name: bereicherungsrecht-vergleich description: "Für Bereicherungsrecht Vergleich: entwickelt Ziel, Vergleich und Eskalation; Ergebnis: Verhandlungs- oder Eskalationslinie." --- # Bereicherungsrecht Vergleich ## Quellenanker - **D. 12.6.14 (Pomponius)** — nam hoc natura aequum est neminem cum alterius detrimento fieri locupletiorem - **D. 12.6.1 pr. (Ulpian)** — condictio indebiti: irrtümliche Zahlung einer Nichtschuld - **D. 12.4 (condictio causa data causa non secuta)** — Rückforderung bei Zweckverfehlung - **D. 12.5 (condictio ob turpem vel iniustam causam)** — Rückforderung bei verwerflichem Empfang; in pari turpitudine melior est causa possidentis ## Kernregeln Die condictio ist abstrakte Klage auf certum; das klassische Recht entwickelt Fallgruppen: indebiti (Zahlung auf Nichtschuld im Irrtum), causa data causa non secuta (Vorleistung bei ausgebliebenem Gegenzweck), ob turpem causam (verwerflicher Empfang — aber Ausschluss bei beidseitiger Verwerflichkeit), sine causa. Grundgedanke (Pomponius): Niemand soll sich mit fremdem Schaden bereichern — aber Rom kennt KEINE Generalklausel, nur typisierte Kondiktionen. ## Moderne Parallele § 812 I BGB verschmilzt die Kondiktionen zur Generalklausel (Leistungs- und Nichtleistungskondiktion); die alten Typen leben in § 812 I 2 Alt. 1 (ob causam finitam), § 812 I 2 Alt. 2 (causa data...), § 817 BGB (turpis causa samt in-pari-Regel in S. 2) fort. Saldotheorie und § 818 III BGB (Entreicherung) sind nachrömische Zutaten. ## Typische Fehler Die Trennungslehre (Leistungs-/Eingriffskondiktion) nicht in die Quellen projizieren; ebenso wenig § 818 III — der klassische Kondiktionsschuldner haftete auf das certum, Entreicherung half ihm grundsätzlich nicht. ## Arbeitsweise 1. Quellen zuerst: einschlägige Stellen (Gaius, Digesten, Codex) mit Inskription benennen; Rekonstruktionsgrad und Interpolationsverdacht offenlegen. 2. Epochen trennen: vorklassisch — klassisch — justinianisch — Rezeption; nichts rückprojizieren. 3. Funktional vergleichen: erst die römische Funktion, dann die heutige Norm mit gleicher Aufgabe; Unterschiede ausdrücklich benennen. 4. Für Klausur/Lehre: Institutionensystem (personae — res — actiones) als Gliederungsraster nutzen; lateinische Begriffe beim ersten Auftreten übersetzen.
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